Wie schütze ich mein Kind?


Was ist Gewalt gegen Kinder?
  1. Vernachlässigung (mangelnde Ernährung, Gesundheit und Pflege)
  2. Körperliche Misshandlung (Schläge; auch schon eine einzige Ohrfeige!)
  3. Sexueller Missbrauch (zeigen von Pornographie, Vollführung sexueller Handlungen vor einem Kind, an einem Kind und von einem Kind)
  4. Seelischer Missbrauch
Wie oft kommt sexueller Missbrauch vor?
Das Thema sexueller Missbrauch wird durch die Medienberichterstattung enorm dramatisiert. Das Niveau ist laut Statistiken der deutschen Polizei jedoch über Jahre konstant geblieben. Auch wenn nach wie vor ein Dunkelfeld vorhanden ist, das es aufzuhellen gilt, kann weitestgehend gesagt werden, dass wir heutzutage nicht mehr Angst um unsere Kinder haben müssen, als seinerzeit unsere Eltern um uns. Auch Sexualmorde (Entführungen) passieren in Deutschland seit Jahren zwischen 0 bis 4 Mal im Jahr. Auch hier ist kein Ansteigen der Zahlen zu verzeichnen.
Selbstverständlichen müssen wir unsere Kinder schützen und aufklären, aber zu viel Angst seitens der Eltern schadet dem Kind, da sich diese auf das Kind überträgt und zu Unsicherheit führt. Wir versuchen jedoch unsere Kinder zu mutigen, selbstbewussten Kinder zu erziehen.

Wer sind die Täter?
Kann man denn tatsächlich erkennen ob jemand gut oder böse ist? Welcher von diesen sechs Personen ist nun böse?
Keine Ahnung?! Richtig, man kann es nicht sehen!

Die Täter kommen zu ca. 87 % aus dem nahen sozialen Umfeld des Kindes! Zu 97% sind es Männer!
Das bedeutet, wir müssen umformulieren, denn die alten Leitsätze „Steig nicht zu Fremden ins Auto!“, „Gehe nicht mit Fremden mit!“ verlieren demnach ihre Gültigkeit.

Es ist wichtig, dass wir den Kindern folgendes vermitteln:
  • „Steige zu niemand ins Auto!“
  • „Lass niemand in die Wohnung!“
  • „Rede mit niemand!“
Die Ausnahme besteht dann, wenn Sie ihrem Kind ausdrücklich erlaubt haben, dass es mit einer Person mitgehen darf. Auch darüber sollten Sie mit Ihrem Kind sprechen.

Die Strategie der Täter
  • Übergriffe geschehen häufig ohne Gewalt, überfallartiges agieren ist die Ausnahme.
  • Täter versuchen sich oft ein zu reden, das Kind wäre in sie verliebt
  • Täter stellen häufig ganz bewusst den Kontakt zu Eltern her
  • Täter versuchen ein Kind dazu zu bringen „es“ selbst gewollt zu haben.

Dies geschieht durch:

1. Phase: Kennenlernphase – der Täter klinkt sich ein

2. Phase: Defizite erkennen und Großzügigkeit – Täter versucht die Kinder positiv zu beeindrucken
Was braucht das Kind?
  • materielle Dinge?
  • Zuneigung,?
  • Lob, Anerkennung?
Diese Phase dauert oft mehrere Wochen! Der Täter ist freundlich, empathisch und vertrauensvoll.
Oftmals werden mehrere Kinder gleichzeitig „angefüttert“, da erfahrungsgemäß 9 von 10 Kindern wegfallen, weil die Eltern aufmerksam werden oder das Kind nicht manipulierbar ist.

3.Phase: Testphase
Der Täter tut etwas, das noch keine wirkliche Straftat ist, wie beispielsweise Softpornographie anschauen oder Fotos von dem Kind machen, bis es nackt ist. Dabei überprüft er die Reaktion des Kindes. Reagiert es so wie erwartet, geht der Täter in der Regel über zu Phase 4.

4.Phase: Missbrauch – dieser dauert meist 4 bis 5 Jahre
Dem Kind wird erzählt:
  • „Das ist unser Geheimnis!
  • „Wenn du etwas sagst, dann…!“
  • „Du hast Schuld daran!“
  • „Du bist doch immer gekommen und hast mir schöne Augen gemacht!“
In das Opferprofil passen Kinder, …
…die nicht „Nein“ sagen können.
…die gut zu manipulieren sind.
…die Defizite haben. (siehe oben)
…deren Familienanbindung nicht gut ist.
…die isoliert und alleine sind.
…die wenig Selbstbewusstsein haben.

!!! Der Beste Schutz vor solchen Übergriffen sind redselige Kinder und neugierige Eltern!!!

Symptome die betroffene Kinder zeigen:
  • Sexualisiertes Verhalten (z.B. Szenen werden nachgespielt, Bilder, Sprache)
  • Rückzug in Richtung Depression
  • Kinder werden laut, aggressiv, bösartig
  • Rückentwicklung auf eine frühere Entwicklungsstufe (Regression) z.B. Einnässen
  • Selbstverletzung (Autoaggression)
  • Essstörungen
  • Psychosomatische Krankheiten
  • Schlafstörungen und Alpträume
  • Plötzlicher Leistungsabfall
  • Körperliche Verletzungen
  • Von zu Hause weglaufen
Bitte beachten Sie, dass das Auftreten solcher Verhaltensweisen nicht zwingend auf einen sexuellen Missbrauch hinweisen muss. Je mehr Symptome jedoch zusammen auftreten, umso höher kann die Wahrscheinlichkeit sein. In jedem Fall sollte jedoch näher und genauer hingeschaut werden!

(Quelle: Polizei München; Kommissariat 105)